Leichtathletik

Sanders Manuel jiKreis„Natürlich mache ich jetzt Urlaub. Wo? Egal, nur nicht in der extremen Hitze von Katar.“, sagte Langsprinter Manuel Sanders nach der Rückkehr von der Leichtathletik – WM in Doha. Er war erst am Montagabend wieder in Dortmund eingetroffen und wollte nur ausschlafen.

Dortmunds Hochsprung-Lady Christina Honsel hingegen kam bereits Mitte letzter Woche wieder zu hause an, und auch bei ihr steht erst einmal „Ruhe“ im Vordergrund „denn es war eine lange und sehr harte Saison.“ Rückblickend bedauert sie zwar, dass es nicht ein paar Zentimeter höher waren, aber mit ihrer ersten WM war sie doch sehr zufrieden. „Zuvor war es ein ständiges Hin und Her bis über meine kurzfristige Nachnominierung entschieden war und eine optimale Vorbereitung war so nicht möglich.“, erinnert sie sich an die Nervenprobe bevor sie ihre Koffer packen konnte. Wenn sie nicht gerade im Stadion die Wettkämpfe beobachtete, nutzte sie mit anderen Athletinnen den Hotelpool zur Abkühlung. Zusammen mit anderen deutschen Athleten, die ihren Einsatz bereits hinter sich hatten, bummelte sie durch die Basare und erkundete die Hauptstadt des Scheichtums. „Wir konnten unverschleiert überall hingehen, und nur die e inheimischen Frauen mußten sich vollständig bedecken.“ berichtet sie über die freien Tage am Persischen Golf. Schon in der nächsten Woche wird sie das Training bei Brigitte Kurschilgen wieder aufnehmen. „Tokio ist immer im Hinterkopf. Dafür werde ich alles geben, denn es ist ein Traum für jeden Athleten.“

Wüstentour war für Manuel Sanders eine staubige Angelegenheit

Die Enttäuschung über das unerwartete Ausscheiden der deutschen Mixed-Staffel sitzt bei Manuel Sanders noch immer tief, doch Kritik will er nicht üben: „Staffellauf ist ein Teamsport, und da gibt es keine Schuldigen.“, macht der LGOer deutlich. Die deutschen Athleten wurden viel herum gereicht und auch ein Empfang in der deutschen Botschaft gehörte zum Programm. „Die Wüstentour mit einem Jeep war eine staubige Angelegenheit, aber ein tolles Erlebnis.“, erinnert sich Sanders. Im Hotel wurde als erste Maßnahme die Klimaanlage herunter reguliert, und er freute sich besonders, dass er dieses Mal ohne eine Erkältung davon kam. „Ich habe alles richtig gemacht und ständig das durchgeschwitzte Trikot gewechselt.“

Im Stadion erlebte er viele Wettkämpfe mit und zitterte mit Malaika Mihambo vor ihrem dritten und entscheidenden Weitsprung. Besonders beeindruckte ihn der Zehnkampf von Niklas Kaul und die „extrem spannende“ Stabhochsprung- Entscheidung der Männer. Über die glänzenden 400 – Meter – Zeiten im 43er und 44er – Bereich konnte er nur staunen, aber die waren für ihn kein Anlass seinen derzeitigen Möglichkeiten nachzutrauern. „Das ist für mich Motivation, weiter hart zu trainieren. Ich bin noch jung und kann mich noch steigern.“, ist der 21jährige sicher.Es ist bei ihm ein Ritual, dass er von allen seinen bisherigen Auslandsstarts eine Flasche Bier als Souvenier mit nach Hause brachte, doch dieses Mal war nur ein alkoholfreies Gebräu gestattet. „Schade, aber na ja, es schmeckt ja auch.“, bedauerte er. Er wird jetzt drei Wochen lang versuchen, den Kopf frei zu bekommen, „Aber dann freue ich mich wieder auf das gemeinsame Training bei Thomas Kremer mit Torben Junker und Henrik Krause“ und meinte: „Tokio ist ein lohnendes Ziel sich richtig krummzulegen.“

Symbol KameraManuel Sanders blickt nun Richtung Tokio
(Foto: Peter Middel)