Leichtathletik

Schmidt Sandra 04.11.17 jiKreisOb von Werl nach Soest, als Siegerin der Gesamtsiegerin der dreiteiligen Hammer Straßenlaufserie, dem AWO-Lauf im Dortmunder Osten, dem Friedenslauf des TSV Kirchlinde oder dem Schwerter Ruhrstadtlauf, wenn Sandra Schmidt (LT Bittermark) bei Lauf-Veranstaltungen in der Region antritt, ist ihr meist der Sieg nicht streitig zu machen.

Von den zehn Kilometern bis zum Marathon, der 33-Jährigen ist die Freude am Laufen anzusehen. Mit 37:36 Minuten über zehn Kilometer, 1:24:59 Stunden im Halbmarathon und 3:28:43 Stunden im Marathon verfügt sie über respektable Bestzeiten und in ihrer Kategorie ist sie zur Zeit von der heimischen Konkurrenz nicht zu schlagen.

„Ich war von klein auf schon immer in Bewegung, das bleibt bei fünf Geschwistern nicht aus“, beschreibt sie ihr läuferisches Talent. Zum ersten Mal schnürte die aus Schwerin stammende Bittermärkerin während ihrer Prüfungszeit an der Realschule bewusst die Laufschuhe.

Lernen fiel durch Laufen leichter
„Ich hatte das Gefühl, dass mir durch das Laufen das Lernen leichter fiel und die Aufregung zurückgeht. Seit dieser Zeit ist das Laufen ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.“ Ihr Wettkampfdebüt gab sie 2015 beim Dortmunder City-Lauf, und das wäre fast ihr letztes Rennen gewesen. „Ich bin weinend vor Schmerzen ins Ziel gelaufen und habe mir geschworen, niemals wieder einen Wettkampf zu bestreiten. Aber nach 20 Minuten, war alles verflogen und die Freude hat überwogen“, erinnert sie sich. Drei bis vier Mal trainiert die Kommunikationsdesignerin insgesamt etwa 60 Kilometer. „Ohne den LT Bittermark hätte ich mich nie an die längeren Distanzen herangetraut und wäre nie auf so viel nette Menschen getroffen. Leider ist es mir beruflich nicht möglich, rechtzeitig zum Treffpunkt zu erscheinen, so dass ich meist mit meinem Freund alleine unterwegs bin", sagt Sandra Schmidt. Sie bezeichnet sich als ungeduldigen Menschen, und das kommt in ihrer Renntaktik zum Ausdruck. 

„Ich bin bisher meist auf Angriff gelaufen, aber beim Phoenix-Halbmarathon habe ich zum ersten Mal eine andere Strategie ausprobiert. Ich bin die ersten zehn Kilometer mit meinem Freund zusammen in moderatem Tempo gelaufen, und dann hat er mich davon ziehen lassen. Diese Taktik hat auch später bewährt.“ Als ihr härtestes Rennen betrachtet sie den Berlin-Marathon 2017. „Schon vorher hatte ich große Zweifel daran, das mein Körper diesen Strapazen standhält. Durch den ungewohnten Trainingsumfang hatte ich ständig Schmerzen und war Stammgast beim Orthopäden. Aber dann habe ich den Marathon doch gemeistert und war so dankbar das Ziel erreicht zu haben,“ erinnert sie sich an ihre größte sportliche Herausforderung. Der Spagat aus Beruf, Familie und Sport kann schon recht schwierig werden.

“Aber stressig werden darf es nicht, denn das Laufen ist schließlich nur ein Hobby“, betont sie. „Aber es ist auch eine Leidenschaft, und so soll es bleiben. Es gibt kein schöneres Gefühl, als wenn meine Tochter Sophia im Ziel auf mich wartet“, strahlt sie. Besondere sportliche Pläne hat Sandra Schmidt nicht und verrät aber: „Ich bin gespannt, zu was mein Körper noch bereit ist zu erreichen“, und sagt: “Ich bin einfach nur dankbar, wenn mich meine Füße überall hintragen, wo ich möchte.“

Symbol KameraSandra Schmidt nach ihrem Erfolg in Bochum-Wattenscheid
(Foto: Peter Middel)