Leichtathletik

Sanders Manuel Hensel jiDortmund„In der Zielkurve hörte ich den Atem des Engländers ganz nah hinter mir. Da habe ich noch einmal alles gegeben“, beschreibt Manuel Sanders (LG Olympia) den entscheidenden Moment vor dem Sieg des deutschen 400-Meter-Quartetts bei der U23-EM.

Sein Trainer Thomas Kremer hatte schon vor dem Finale gesagt: „Wenn Manuel auf der Zielgeraden vorne ist, kann ihn keiner mehr verdrängen.“ In der Tat lief Sanders ein prächtiges Rennen, denn die Statistik der EAA machte es deutlich: Der LGOer lief seine Teilstrecke „fliegend“ in 45,11 Sekunden, und kein Konkurrent war schneller. „Ich hatte darauf gehofft, aber es nicht erwartet“, meinte der Fast-Zwei-Meter-Mann.

Nach vier Wochen Training auf der japanischen Insel Okinawa und seinem Einsatz bei der inoffiziellen Staffel-WM in Yokohama war von Müdigkeit keine Rede, und er kam in hervorragender Form zurück. „Dass ich das alles so gut weggesteckt habe, zeigt mir, dass die Entscheidung zur LGO und Trainer Thomas Kremer nach Dortmund zu wechseln, richtig war“, freute er sich und dieser urteilte: „Dass er die 45,11 von der Spitze weg, ohne sich an jemanden dranhängen zu können, erzielt hat, ist schon eine tolle Leistung. Und wenn man berücksichtigt, dass er im Herbst wegen einer Verletzung vier Monate lang gar nicht trainieren konnte, dann ist das um respektabler.“

Vorsichtig mit harten Tempoeinheiten
Deshalb war das Duo im Training noch zurückhaltend und ging mit harten Tempoläufen ganz vorsichtig um. Dennoch wurde Manuels gute Form schon beim letzten Training im Stadion Rote Erde deutlich, als er die 300 Meter in vorzüglichen 32,7 Sekunden rannte.

Das Staffelrennen von Gävle hat das Selbstbewusstein des 20jährigen gestärkt. Am 3./4. August stehen im Berliner Olympiastadion die deutschen Meisterschaften an. „Ich habe ja nichts zu verlieren. Wenn ich an die 46 Sekunden tief heranlaufen kann, ist noch mehr drin“, ist er zuversichtlich. Das heißt, eine „45hoch“ könnte auch aus dem Block möglich sein. Aber die nationale Konkurrenz liegt gerade in diesem Bereich eng beieinander und nicht zu vergessen, da ist auch noch sein Vereinskamerad Torben Junker, der sich von seinen Achillessehnenproblemen gut erholt hat und derzeit einen guten Eindruck hinterlässt.

Zur Erholung wird er sich in den nächsten Tagen mit lockeren Läufen auf dem Rasen des Stadions begnügen. Die deutschen Viertelmeiler hatten in Gävle ihre Goldmedaille kräftig gefeiert und Manuel Sanders hatte nur noch einen Wunsch: „Ich bin froh, wenn ich heute abend zu Hause in meinem Bett bin“ sagte er nach seiner Rückkehr aus Schweden.

Symbol KameraManuel Sanders stellte als Schlussläufer das Staffel-Gold sicher.
(Foto: Iris Hensel)