Leichtathletik

Junker Torben. Porträt jiDie Sommersaison hält für die Leichtathleten eine Fülle von internationalen Meisterschaften bereit und acht, vielleicht sogar noch zwei mehr Athleten der LG Olympia können dabei sein. Doch bis sie ihre Koffer packen können, werden sie noch durch die Mühle mehrerer nationaler Qualifikationswettbewerbe gedreht. Dabei müssen sie nicht nur die anspruchsvollen internationalen Normen erfüllen, sondern sich auch gegen die deutsche Konkurrenz bewähren.

Torben Junker (Foto): „Noch 32 Tage bis zum ersten Startschuss in Yokohama!“, fieberte der deutsche Hallenmeister über 400 Meter bei der Meisterehrung des Vereins den Staffel-Weltmeisterschaften in Yokohama entgegen. Mit dem Hallentitel hatte er sich bereits für die WM, bei der er gleich zwei Nominierungschancen besitzt, empfohlen. Mit großer Sicherheit wird er entweder dem deutschen Langsprintquartett der Männer oder der erstmals ausgetragenen 4x400-Meter-Mixed-Staffel angehören. Der besondere Anreiz für die deutschen Viertelmeiler: Sollte sich die „Männer 4x4" in Yokohama einen Platz unter den ersten zehn erkämpfen, ist sie bereits für Weltmeisterschaften in Doha qualifiziert. Falls sich das Mixed-Quartet unter die ersten 16 einreiht, wird es ebenfalls am persischen Golf dabei sein. Beides ist eine schwere Aufgabe.

Manuel Sanders: Auf ihn wartet das umfangreichste Programm. Der Zwei-Meter-Mann ist bereits im Trainingscamp auf der Insel Okinawa eingetroffen und seine Chancen, in einer der beiden deutschen Staffeln das deutsche Dress zu tragen, sind hervoragend. Nur vier Wochen nach der Rückkehr aus Japan stehen die deutschen U23-Meisterschaften in Wetzlar an. Die 400-Meter-Norm (46,50) für die U23-EM im schwedischen Gävle hat Sanders bereits 2018 erfüllt, doch muss er diese auch in diesem Jahr bringen. Dafür hat er in Wetzlar und bei der Junioren-Gala in Mannheim Gelegenheit und darf sich keinen Fehler erlauben. Wenn Sanders in Gävle wider Erwarten nicht im Einzelrennen dabei sein sollte, wird er mit Sicherheit zur deutschen Staffel zählen. Drei Wochen bleiben ihm nach der U23-EM Zeit zur Erholung, bevor es in Berlin um die nationalen Titel der Männer geht. Auch bei der Team-EM im polnischen Bydgocz könnte er dabei sein, doch wird er wohl eine Auswahl treffen müssen, denn diese Anforderungen sind zu strapaziös.

Mohamed Mohumed hat Gävle ebenfalls ins Auge gefasst, doch die Normen sind anspruchsvoll. Die besten Chancen hat er wohl über 10000 Meter (29:30), könnte aber auch die 5000-Meter-Norm (14:02) angreifen.

Christina Honsel hat nach ihrem 1,90-Meter-Höhenflug die Reise nach Gävle fest eingeplant. Die Qualifikationsleistung von 1,84 Metern sollten für sie kein Problem sein. Zur U23-EM im Boras/Schweden sollten sich Dortmunder Schlachtenbummler auf den Weg machen, denn es lohnt sich.

Elias Schreml hat die 1500-Meter-Norm (3:48,50) schon 2018 unterboten, und das sollte ihm auch in diesem Sommer gelingen. Bei den deutschen Jugend-Meisterschaften in Ulm muss er allerdings seine deutschen Rivalen bezwingen, doch ist ihm das zuzutrauen.

Linn Kleine hat für die EM auf die gesamte Hallen- und Cross-Saison verzichtet. Mit glänzenden 9:27,78 Minuten blieb sie 2018 unter der schwierigen 3000-Meter-Norm, und das kann sie erneut schaffen. Vor der Reise nach Schweden muss sie sich jedoch als eine der Jüngsten vor allem bei den deutschen U20-Titelkämpfen bewähren.

Brenda Cataria Byll ist eine der aussichtsreichsten Langsprinterinnen und blieb mit hervorragenden 54,37 Sekunden bereits unter der Boras-Norm. Die muss sie erneut auf die Bahn bringen und trainiert zur Zeit auf Teneriffa. Aber gerade über 400 Meter ist die nationale Konkurrenz sehr stark. denn schon fünf Mädchen unterboten die „55“. Schafft sie es aber zumindest in die schnelle deutsche Staffel, könnte sie um Edelmetall kämpfen.

Constantin Rutsch, der deutsche zweifache deutsche Jugendmeister im Stabhochsprung meisterte in der Halle bereits 5,10 Meter und damit die Norm. Da müsste schon viel schief gehen, wenn er nicht in Gävle dabei sein sollte. Trainer Kai Atzbacher traut ihm 5,30 Meter zu und das wäre eine gute Ausgangsposition.

Zoe Jakob ist eine von mindestens sechs deutschen Springerinnen, die mit Höhen von 4,10 Meter plus aufwarten können. „4,10 Meter und mehr werden sicher nötig sein, um nach Gävle fahren zu können“, schätzt Trainer Atzbacher und meint: „Die kann Zoe natürlich auch schaffen. Für sie wird entscheidend sein, wie sich die Termine im Stabhochsprung mit ihren Verpflichtungen im Kanusport vereinbaren lassen."