Leichtathletik

sanders manuel 1 jiKreisWenn Langsprinter Manuel Sanders (LG Olympia) in dieser Woche seinen 21. Geburtstag feiert, kann er sich über ein besonderes Geschenk freuen. Als er im Herbst 2018 vom SC Preußen Münster zur LG Olympia wechselte, galt für ihn und seinen neuen Verein nur das Prinzip Hoffnung, denn der litt unter einer langwierigen schweren Schambein-Entzündung, deren Behandlung er lange vor sich hergeschoben hatte.

Durch seinen erfahrenen Arzt Dr. Uwe Wegner, einem ehemaligen 400-Meter-Spezialisten, erhielt er zunächst absolutes Sportverbot und nicht einmal Aquajogging war ihm gestattet. Es war für den Modellathleten, der bei zwei Metern Größe 84 Kilo auf die Waage bringt, eine schwere Zeit beim Training seines Vereinskameraden Torben Junker, mit dem er bei den Europameisterschaften in Berlin als Mitglied des deutschen 400-Meter-Kaders das Zimmer teilte, nur zuschauen zu können.

Er nutzte die Zwangspause, um seine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann abzuschließen und die Stoßwellen- und Magnet-Resonanz-Therapien zeigten erste Erfolge. Im Januar konnte er wieder das Training bei Thomas Kremer aufnehmen und seine Genesung machte seitdem eine rasante Entwicklung. „Dass er es schaffte, nach nur kurzer Zeit wieder in eine so hervorragende Form zu kommen, ist absolut ungewöhnlich“, staunte Kremer. Er fuhr Mitte März zusammen mit Torben Junker nach Teneriffa, und dort wartete ein beinhartes Trainingsprogramm mit vier harten Tempolauf-Programmen. „Manuel ist kein Sprinttyp, sondern eher ein Steher“, stellte Kremer fest. Wen wundert's bei seiner Körpergröße. Rund 40 Sekunden wurden für ihn bei einem Testlauf über 350 Meter gestoppt und machten seine viel versprechende Verfassung deutlich. Das blieb auch dem Bundestrainer der deutschen Langsprinter, Edgar Eisenkolb, nicht verborgen. Er nominierte Sanders zusammen mit Torben Junker zur Vorbereitung auf die Staffel-Weltmeisterschaften in Japan vom 17. April bis 13. Mai zunächst ins Trainingslager nach Okinawa und zur anschließenden WM in Yokohama ein.

Bundestrainer Eisenkolb lobt Sanders und Junker
"Torben und Manuel haben das hohe Niveau des Trainingsprogramms sehr gut gemeistert und Eisenkolb war voll des Lobes über die beiden“, berichtete Kremer. Er freute sich besonders für Sanders, der nun nach seiner langen Verletzungspause wieder in die Nationalmannschaft zurück gekehrt ist, zu der er bereits 2018 bei der EM in Berlin gehörte. „Manuel hat sich durch seinen Einsatz und seine Leistungen während der zwei Wochen auf Teneriffa die Einladung nach Japan redlich verdient und ich traue beiden zu, dass sie bei der WM in ihrer gegenwärtigen Form auch zum Einsatz entweder in der 4x4 der Männer oder in der 4x4 Mixed-Staffel kommen“, ist der Coach zuversichtlich, weist aber darauf hin, dass sich das LGO-Duo noch gegen seine nationalen Rivalen (Johannes Trefz, Patrick Schneider, Tobias Lange, Marc Koch, Marvin Schlegel) durchsetzen muss, bevor die offizielle Nominierung für die Titelkämpfe erfolgt. Das macht deutlich, dass die Langsprinter, einstmals der Aushängeschild der heimischen Leichtathletik, wieder ein Schwerpunkt der LG Olympia sind und Kremer hebt hervor: „Zwei LGOer bei einer Weltmeisterschaft hatten wir schon lange nicht mehr.“ Auch Sprinterin Nina Braun und Langsprinttalent Brenda Cataria-Byll (alle LG Olympia) gehörten zur deutschen Trainingsgruppe und hinterließen einen guten Eindruck.

Symbol KameraManuel Sanders gibt sich zuversichtlich;
(Foto Yoshi Müller)