Leichtathletik

deGraat 20180908Die sportliche Karriere von Patricia de Graat (LG Olympia, Foto) begann in einer Krabbbelgruppe des TSV Herdecke und Trainerin Marion Klausner erkannte schon früh das Lauftalent des quirligen Mädchens.

Schon in der Schülerklasse lief de Graat von Erfolg zu Erfolg, ehe sie als 15jährige den Schritt zur LGO und zu Trainer Pierre Ayadi vollzog. Patricia ist eine der wenigen Athletinnen, die seit 2015 in jedem Jahr bei deutschen Meisterschaften Edelmetall erkämpfte. 13 Mal stand sie auf dem Siegerpodest und wurde mit einer Medaille dekoriert. Als 17jährige wurde sie deutsche U18-Meisterin über 1500 Meter und trug 2016 und 2017 mit hervorragenden Läufen zur deutschen Jugend-Meisterschaft des 3x800-Meter-Trios bei. Zahlreiche Westfalen- und NRW-Meisterschaften folgten.

Pierre Ayadi, der sie nun seit sechs Jahren betreut, ist voll des Lobes über seinen Schützling: „Patricia hat es nur mit einem hervorragenden Zeitmanagement geschafft, so zu trainieren, dass ihr der Sprung in die nationale Spitze gelungen ist. Obwohl ihre Lehrer viel Verständnis für sie aufbrachten, genoss sie nie die Privilegien einer Sportschule und musste stets viel Zeit und Energie aufwenden, um ihre Leistungen zu erzielen.“

Als ihren größten Erfolg bezeichnet die 20jährige ihre Teilnahme an den 20-Europameisterschaften im italienischen Grosseto, obwohl sie dort knapp am 1500-Meter-Finale vorbeischrammte.

In diesem Jahr wurde sie oft durch Erkrankungen zurückgeworfen, dennoch verbuchte sie vorzügliche Zeiten. Großes Pech hatte sie bei den deutschen U23-Titelkämpfen, als sie im 1500-Meter-Finale stürzte, sich rasch wieder aufrappelte und noch Rang 3 erkämpfte. „Ohne den Sturz wäre das der sichere Titel gewesen“, war die Meinung der Beobachter. Damit machte sie auch deutlich, dass sie auf Anhieb den Anschluss von der Jugend- in die Juniorenklasse geschafft hat. „Ich weiß, dass ich meine Grundschnelligkeit verbessern und noch an vielen Kleinigkeiten arbeiten muss, aber das macht in dieser Trainingsgruppe viel Spaß“, sagt die LGOerin.

Langfristig wird sie eventuell ihr großes Potential für die längen Distanzen nutzen, aber noch machen ihr die Mittelstrecken am meisten Spaß. Mit ihren „20“ ist sie eine der älteren unter Ayadis Läuferinnen. „Ich fühle mich in der Gruppe sehr wohl und freue mich, wenn ich den Jüngeren Tipps geben kann. Wir sind ein tolles Team und wenn es einmal schlecht läuft, wird man aufgefangen“, lobt sie. Im nächsten Jahr steht das Abitur an, aber noch weiß sie nicht, welche beruflichen Wege sie einschlagen wird.