750c8aab136fce02c84c95e6f4daa9e1Der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeister 2020 heißt BSV Schüren. Im Finale der 36. Auflage dieses traditionsreichen Turniers bezwang der Westfalenligist in der mit 4200 Zuschauern auch am zweiten Tag ausverkauften Helmut-Körnig-Halle den Landesligisten Hombrucher SV mit 4:0 (2:0) und setzte sich damit verdientermaßen die Krone auf. Es war der erste Titelgewinn der Grün-Weißen nach den Endspiel-Niederlagen von 2017 und 2018.

Auf dem Weg dorthin hatte das Team von Trainer Artur Matlik im Halbfinale den Vorjahressieger und großen Turnierfavoriten TuS Bövinghausen mit 6:4 nach Achtmeterschießen ausgeschaltet. Dem TuS blieb nach einem 5:1-Erfolg im "kleinen" Finale gegen Türkspor Dortmund lediglich der dritte Platz. Über beide Tage hinweg betrachtet, hatten sich die vier besten Mannschaften dieses Turniers für die Vorschlussrunde qualifiziert. Nachfolgend ein chronologischer Überblick über die Geschehnisse am zweiten Endrundentag.

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Viertelfinale: Aus für Wickede, Mengede und tapfere Kreisligisten
Mit einem 3:2-Erfolg über die SG Gahmen hatte der spätere Stadtmeister den Samstag eingeleitet. Es war ein hartes Stück Arbeit für den BSV, denn der A-Ligist aus der Nachbarstadt erwies sich über weite Strecken als ein ebenbürtiger Gegner, ging durch Ahmet Cosgun sogar früh in Führung (1.) und ließ sich auch dann nicht entmudigen, als Kamil Bednarski (7.) und Martin Merkel (9.) die Partie vor der Pause drehten. Die Entscheidung fiel erst in den Schlusssekunden, als Sotirios Stratacis das 3:1 markierte. Der Anschlusstreffer von Abdullah Ergün kam zu spät.

Für Westfalenligist Westfalia Wickede platzten die Hoffnungen auf eine Top-Platzierung durch eine 1:3-Niederlage gegen Türkspor Dortmund. Matchwinner war Alihan Kurgan mit seinem Doppelpack vor der Pause (2., 7.), dem Mehmet Ayaz gar das 3:0 folgen ließ. Obwohl Kanihan Uzun nach 17 Minuten verkürzte, kam keine große Hoffnung mehr bei der Westfalia auf, denn der auch in der Defensive konzentriert auftretende Bezirksliga-Spitzenreiter ließ nichts mehr anbrennen.

Deutlich mit 4:0 gewann der TuS Bövinghausen seine Begegnung gegen den SV Westrich. Doch der B-Kreisligist bot dem großen Favoriten zumindest eine Halbzeit lang großartig Paroli. Erst Sekunden vor der Pausensirene brachte Top-Torjäger Florian Juka den Landesligisten in Führung - und zwar in Überzahl, nachdem Keeper Christian Nowak bei einer Rettungsaktion eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte. Zunächst hatte Juka den fälligen Achtmeter noch an den Pfosten gesetzt, doch kurz vor Ablauf der Unterzahl war Feldspieler Marvin Middeldorf im Westricher Tor chancenlos. Nach Jukas 2:0 (16.) spielte Bövinghausen seine ganze Routine aus und gewann durch späte Treffer von Denis Ramadan (19.) und Andre Witt (20.) noch klar gegen den SVW, der sich dennoch wie im gesamten Turnier großartig verkaufte.

Bis in die Schlussphase hinein mussten die Fans warten, ehe das letzte Viertelfinale zwischen dem Hombrucher SV und Mengede 08/20 entschieden war. Schütze des "goldenen" Tores für den Landesligisten war Neuzugang Markus Bendnarek in der 19. Minute.  Es war eine umkämpfte Partie zweier gleichwertiger Teams mit Chancen auf beiden Seiten, wobei der HSV unter dem Strich die vielleicht etwas hochkarätigeren hatte - wie beim Kopfball von Roman Geist an die Querlatte (4.) und der Glanztat von Mengedes Torhüter Nico Piskorz gegen Bednarek (13.). Der vermeintliche Ausgleich kurz vor Schluss wurde wegen Behinderung von Hombruchs Keeper Jan Henning nicht gegeben. Nach Protesten sah Aaron Vasiliou zu allem Überfluss 18 Sekunden vor Schluss die Rote Karte.

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Halbfinale: Die Highlights des Endrunden-Turniers
Von der fußballerischen Leistung, von Dynamik, Tempo und Dramatik, waren die beiden Halbfinals die unumstrittenen Highlights dieses Endrundenturniers. Nach durchgängig überzeugenden Auftritten während der beiden Tage war neben dem TuS Bövinghausen durchaus auch Türkspor als Favorit ins Spiel gegangen - doch beide mussten sich am Ende ihren ebenfalls starken Kontrahenten beugen. Das hochklassige Duell zwischen Bövinghausen und Schüren stand nach 20 Minuten 2:2 und nach der zweimal fünfminütigen Verlängerung 3:3, ehe ein Achtmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Die Dramatik lässt sich allein schon an diesen Fakten ablesen: 0:1 durch Marko Onucka (1.), 1:1 durch Eyüp Cosgun (2.), dazu in der direkten Folge "Rot" für Bövinghausens Aleksandar Gjorgjievski wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit, dann die Führung für Schüren durch Zivko Radojcic (3.). Denis Ramadan (11.) glich kurz nach Wiederbeginn aus und sorgte für die Verlängerung, in der Ali Abou-Saleh den Favoriten erneut in Führung brachte (27.). Doch Kamil Bednarski sicherte dem BSV 61 Sekunden vor Schluss mit seinem Treffer zum 3:3 das Achtmeterschießen. Hier verwandelten Fabio Rummenigge, Kamil Bednarski und Eyüp Cosgun für Schüren, während für Bövinghausen nur Marko Onucka traf - der BSV stand im Finale.

Ähnlich packend ging es in der Partie zwischen dem Hombrucher SV und Türkspor Dortmund zu, die allerdings schon nach regulärer Spielzeit beendet war. Mann der ersten Halbzeit war Hombruchs Doppel-Torschütze Dominic Haake (1., 9.), zwischenzeit hatte jedoch der Bezirksligist durch ein Eigentor von HSV-Keeper Jan Hennig (8.) und Tolgay Buyruk (8.) für die Wende gesorgte. Hakan Cevirme (17.) und Markus Bednarek (20.) brachten den Landesligisten in diesem ebenfalls überaus attraktiven Spiel dann spät auf die Siegerstraße, Alihan Kurgan konnte kurz vor Schluss nur noch verkürzen. Glück und Pech lagen am Ende ganz nah zusammen, denn der Bezirksligist hatte in der Schlussminute noch zwei hochkarätige Chancen ausgelassen.

Spiel um Platz drei: Keine Mühe für Turnierfavorit Bövinghausen
Türkspor hatte sich als erster türkischer Verein in der Geschichte der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft für das Halbfinale qualifiziert und spielte ein tolles Turnier. Daran konnte auch die deutliche 1:5-Niederlage im Spiel um Platz drei nichts ändern. Bereits nach fünf Minuten lag der TuS Bövinghausen deutlich mit 3:0 vorne, erhöhte dann kurz nach Wiederanpfiff sogar auf 4:0 - das war die frühe Entscheidung. Dennoch überwog im Team um Trainer Dimitrios Kalpakidis aufgrund des zuvor angepeilten, aber unglücklich verpassten Einzug ins Finale die langen Gesichter. Zum 14. Mal in Folge konnte damit ein Stadtmeister seinen im Jahr zuvor errungenen Titel nicht erfolgreich verteidigen.

Finale: Früher Doppelschlag ebnet Schüren den Weg zum Titel
Mit dem Selbstbewusstsein, im Halbfinale das bis dahin beste Team des Turniers ausgeschaltet zu haben, ging der BSV Schüren ins Endspiel. Nach den Final-Niederlagen von 2017 und 2018 wollten die Grün-Weißen im dritten Anlauf endlich den Titel, das war ihren Aktionen während der gesamten 20 Minuten anzumerken. Hombruch hatte zwar die ersten dicken Chancen der Partie, doch Sascha Samulewicz im Schürener Tor reagierte mehrfach glänzend. Ein Doppelschlag durch Kamil Bednarski (6.) und den Ex-Hombrucher Björn Menneke (7.) ebnete dem BSV schließlich den Weg zum Sieg. Hombruch ließ nicht locker, versuchte alles, bekam aber letztlich keine Kontrolle mehr über das Spiel und ließ auch seine wenigen Möglichkeiten nach der Pause ungenutzt. Der neue Stadtmeister brachte den Vorsprung sicher über die Zeit und erhöhte in der Schlussminute durch Martin Merkel und Sotirios Stratacis auf 4:0. Für Schüren war es die Krönung!

INFO

Florian Juka holt den Torjäger-Pokal -
Sascha Samulewicz bester Torhüter der Endrunde

Wie immer gab es auch bei der 36. Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft zwei persönliche Auszeichnungen. Den Torjägerpokal der Kronen-Brauerei sicherte sich Florian Juka, der für den TuS Bövinghausen in Vor-, Zwischen- und Endrunde insgesamt 16 Mal ins Schwarze traf. Platz zwei ging an Alihan Kurgan von Türkspor Dortmund, der 13 Mal einnetzte. Mit sieben Treffern in der Helmut-Körnig-Halle war Juka auch der erfolgreichste Schütze der diesjährigen Endrunde. Zumindest ein kleiner persönlicher Triumph für den Torjäger, der 2017 mit dem Lüner SV und 2019 mit dem TuS Bövinghausen Dortmunder Stadtmeister geworden war.

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Besonders eng ging es bei der Wahl zum besten Torhüter der Endrunde zu. Die Jury des Kreises machte es sich alles andere als leicht und hatte vor dem Endspiel mit Schürens Sascha Samulewicz und Hombruchs Jan Hennig zwei Keeper gleichauf an der Spitze gesehen. Beide spielten ein tolles und nahezu fehlerfreies Turnier. So mussten die allerletzten Eindrücke entscheiden - und die gaben den Ausschlag zugunsten von Schürens Samulewicz, der sich diesen Titel auch schon vor drei Jahren gesichert hatte und nun zum zweiten Mal triumphierte.

Zu unseren Fotos: Mit dem frisch gebackenen Stadtmeister BSV Schüren freuen sich bei der Siegerehrung auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Kreisvorsitzender Jürgen Grondziewski (oben). - Eine Szene aus dem packenden Halbfinale mit (von links) den Bövinghausenern Ali Abou-Saleh und Aleksandar Gjorgjievski sowie Schürens Eyüp Cosgun und TuS-Keeper Sören Gerlach (Mitte). - BSV-Torhüter Sascha Samulewicz (li.) wurde zum besten Torhüter der Endrunde gewählt. - Fotos: Ruhr Nachrichten