Fußball Senioren

Folty Berghofen g editedEs war ein Fußballfest vor 2000 Fans im Aplerbecker Waldstadion. Die Fußball-Damen des SV Berghofen lieferten bei der knappen 0:2 (0:1)-Niederlage gegen das europäische Spitzenteam des VfL Wolfsburg in der zweiten Runde des DFB-Pokals eine phänomenale Leistung ab.

Der Zwei-Klassen-Unterschied war für die begeisterten Zuschauer zu keiner Phase des Spiels zu erkennen. Die mehr als 2000 Fans im restlos ausverkauften Aplerbecker Waldstadion feierten die grandios aufspielenden Berghoferinnen nach dem Spiel mit einer La-Ola Welle.

Die Wolfsburgerinnen schienen sich ihrer Sache ziemlich sicher zu sein. Nationalspielerin Alexandra Popp wurde geschont und war nicht einmal im Kader. Top-Torjägerin Ewa Pajor, die 101-fache dänische Nationalspielerin Pernille Harder und die deutsche Nationalspielerin Sara Doorsun saßen auf der Bank. Die von Trainer Thomas Sulewski taktisch klug eingestellten Gastgeberinnen machten mit viel Laufarbeit und großem Engagement den Wolfsburgerinnen das Leben schwer. Auch die Fans unterstützen den SVB und bejubelten in der Anfangsphase jeden Ballgewinn der Außenseiterinnen frenetisch.

Unter tosendem Applaus in die Halbzeitpause
Nach einer Viertelstunde ging der Gast erwartungsgemäß in Führung. Im dritten Versuch staubte Pia Sophie Wolter zum 0:1 ab, nachdem zuvor Berghofens Torhüterin Juliane Bauch mit einer Glanzparade rettete und der Nachschuss an den Pfosten ging. In der 32. Minute hatten die Damen des SVB ihre erste Tormöglichkeit. Ane Cathrine Kufners Freistoß wurde aber eine sichere Beute der VfL-Torhüterin Friederike Abt. Unter tosendem Applaus der Fans wurde mit einem knappen 0:1 die Seiten gewechselt.

Auch nach der Pause bot Berghofen dem amtierenden deutschen Meister und Pokalsieger Paroli. Vor allem Corinna Dubbel, Carolin Dej und Lynn Bille Sommer warfen sich in jeden Ball, überzeugten durch gutes Stellungsspiel und eine enorme Zweikampfstärke. So richtig laut wurde es nach 66 Minuten im Waldstadion: Annalena Krapp kam in aussichtsreicher Position zum Schuss, verfehlte das Tor aber deutlich. Die unfassbare Energieleistung der Berghoferinnen wurde aber am Ende nicht belohnt: Die Wolfsburgerin Lara Dickenmann traf in der Schlussminute zum 0:2-Endstand.

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           INFO
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Berghofen: Bauch – M. Sommer, Dubbel, L. Sommer, Klemann – Dej (78. Plastwich) Wrede, frauen DFBPokalKufner, Spitthoff (61. Gödecke), Grothe – Ehrhardt (46. Krapp). Wolfsburg: Abt, Stolze (60. Harder), Jakabfi, Peter, Dickenmann – Gunnarsdottir (74. Maritz), Blässe, Wedemeyer, Goeßling – Wolter, Rolfö (28. Minde). Tore: 0:1 Wolter (15.), 0:2 Dickenmann (90.)

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Die Stimmen zum Spiel
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Stephan Lerch (Trainer VfL Wolfsburg): „Wir bedanken uns für die Gastfreundschaft, Glückwunsch was Berghofen auf die Beine gestellt hat. Der SVB hat uns einen großen Fight geliefert. Ich bin nicht zufrieden, vor allem war unser Passspiel nicht sauber.“
Thomas Sulewski (Trainer SV Berghofen): „Mein Team hat eine Megaleistung abgeliefert. Wir haben das 5-4-1 System mit einer enormen Laufstärke umgesetzt, das verdient großen Respekt. Die Unterstützung durch die 2000 Fans war fantastisch.“
Carolin Dej (Spielerin SV Berghofen): „So viele Fans hätte ich nicht erwartet. Es geht gegen so starke Gegner wie Wolfsburg nur über Kampf und Mentalität. Das Spiel sollte uns für die kommenden Aufgaben in der Meisterschaft motivieren.“
Marie Grothe (Spielerin SV Berghofen): „Wir können stolz auf uns sein, so eine Leistung gegen die beste deutsche Mannschaft abgeliefert zu haben. Wir sind alle gelaufen, soweit die Füße uns getragen haben. Alle Spielerinnen sind an ihre Grenzen gegangen.“
Stephan Gebling (Sportlicher Leiter SV Berghofen): „Die Leistung war überragend. Die Mannschaft hat alles gegeben. Die Unterstützung durch die 2000 Zuschauer war ein Wahnsinn.“     

Symbol KameraDie Berghofer Frauen lieferten dem Favoriten aus Wolfsburg einen harten Kampf (Foto oben). Nach dem Spiel konnten sich beide Teams über die Partie freuen: Wolfsburg über das Weiterkommen, Berghofen über eine starke Leistung. (Fotos: Foltynowicz)