Fußball Senioren

Enttäuschung beim FC BrünninghausenAuch der FC Brünninghausen konnte das Gesetz der Serie nicht brechen. Seit dem Dreifach-Triumph von Mengede 08/20 aus den Jahren 2004 bis 2006 gelang es in mittlerweile 13 Versuchen es keinem Stadtmeister, seinen Titel aus dem Jahr zuvor erfolgreich zu verteidigen. Immerhin: die Mannschaft von Trainer Alen Terzic war in diesem Winter so nah dran wie kein anderes Team in dieser Zeit.

Freilich nur ein kleiner Trost, denn so kurz vor dem Ziel möchte niemand mehr straucheln. Dabei lag es keineswegs daran, dass der Oberligist den auf dem Feld drei Klassen tiefer spielenden TuS Bövinghausen womöglich unterschätzt hätte. Schon Alen Terzic hatte nach dem Halbfinal-Coup gegen den ASC 09 gewarnt: „Wir treffen auf einen ganz starken Gegner.“ Dieser deutliche Hinweis war fraglos in den Köpfen seiner Jungs angekommen. An fehlendem Engagement hatte es nicht gelegen, „am Ende“, urteilte Kapitän Florian Gondrum, „war dann im Achtmeterschießen dann einfach auch das Glück nicht auf unserer Seite.“

LogoneutralIn den 30 Minuten zuvor, befand er, hätte es ihnen der Gegner extrem schwer gemacht. „Kompliment an Bövinghausen. Das ist ja kein normaler Bezirksligist, sondern von seiner Qualität her deutlich höher einzustufen. Wir hatten zwar insgesamt etwas mehr Chancen, aber am Ende war dieser Sieg für den TuS vielleicht auch verdient.“

Insgesamt spielte der FC Brünninghausen bis in die Endrunde hinein ein eher durchwachsenes Turnier. Punktuell gute Vorstellungen wechselten sich ab mit Rückschlägen – wie in der Zwischenrunde, als es eine 1:3-Schlappe gegen den TuS Eichlinghofen setzte. Beim großen Finale in der Helmut-Körnig-Halle hatte der Vorjahressieger in der Gruppenphase auch beim 1:2 gegen den VfL Kemminghausen das Nachsehen. Dadurch musste der FCB den nominell schwereren Weg gehen. Den aber hat die Mannschaft dann dank einer deutlichen Steigerung am zweiten Tag mit Bravour gemeistert.

Erst der Sieg im Viertelfinale gegen den BSV Schüren, dann das 5:1 in der Vorschlussrunde gegen Liga-Konkurrent ASC 09 – es waren Brünninghausens stärkste Auftritte im gesamten Turnierverlauf mit einem in dieseer Partie überragenden Dreifach-Torschützen Arif Et. „Allerdings“, gibt Florian Gondrum zu bedenken, „mussten wir da schon jeweils über 30 Minuten gehen. Dazu dann noch eine dritte Verlängerung im Finale. Irgendwann merkst du dann doch, dass die Belastung nicht spurlos an dir vorüber gegangen ist.“

Enorme Leistungsdichte macht es für Titelverteidiger schwer
Warum es so schwer geworden ist, seinen Titel zu verteidigen? Brünninghausens Kapitän hat dazu eine klare Meinung: „Die Teams sind in der Endrunde mittlerweile leistungsmäßig unheimlich eng zusammen gerückt. Das hat man auch diesmal wieder an den vielen knappen Ergebnissen gesehen. Da ist es selbst für die ranghöchsten Mannschaften schon nicht einfach, sich zu behaupten.“ Nicht zu vergessen: Gegenüber dem Vorjahres-Triumph fehlte mit dem damals überragenden Dominik Behrend sowie Leon Enzmann, Benjamin Bielmeier und Adil Elmoueden, der nach gerade auskurierter Verletzung erst am zweiten Endrundentag eingreifen konnte, fast über das gesamte Turnier hinweg ein kompletter Block. Das lässt sich auch für einen Oberligisten nicht so einfach kompensieren.

Als Entschuldigung für den entgangenen vierten Titel mochte das allerdings niemand anführen. Im Gegenteil: der FC Brünninghausen erwies sich nach dem Finale als ausgesprochen fairer Verlierer. „Bei dieser Disziplin war es schwer für uns, die Lücke zu finden", erkannte Alen Terzic die starke Leistung des Gegners neidlos an, „Sie waren sehr beweglich und haben unheimlich schnell nach vorne gespielt. Am Ende sind sie dann auch ein sehr verdienter Meister."

Symbol KameraEnttäuschte Brünninghauser: Ein Sieg fehlte dem Titelverteidiger zum erneuten Turniersieg.  
(Foto: Nils Foltynowicz)