Fußball Senioren

FC BövinghausenAls Patrick Kunz mit der letzten Aktion des Turniers auch den von Arif Et getretenen Ball meisterte und damit einen zweiten Achtmeter des FC Brünninghausen abwehrte, gab es bei Spielern und Fans des TuS Bövinghausen kein Halten mehr: Der souveräne Bezirksliga-Spitzenreiter hatte sich erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Stadtmeistertitel gesichert – und das, wie viele Experten urteilten und auch die Gegner respektvoll anerkannten, vollauf verdient.

Aufgrund seiner exzellenten Herbstserie auf dem Feld mit 16 Siegen und einem Remis aus 17 Partien war Bövinghausen schon im Vorfeld dieser Titelkämpfe als Geheimfavorit gehandelt worden. Dieser Rolle wurde der Klub aus dem Westen der Stadt vollauf gerecht. Als einzige Mannschaft marschierte das Team des erst 28-jährigen Spielertrainers Sven Thormann ungeschlagen durch die Vor- und Zwischenrunde bis ins große Finale – und auch in der Helmut-Körnig-Halle ließ sich der TuS nicht bezwingen.

Logoneutral„Natürlich sind wir mit der Hoffnung hierhin gefahren, so weit zu kommen wie möglich“, bestätigte Sven Thormann, „aber wenn man bedenkt, woher wir, sportlich gesehen, eigentlich kommen und wie viele Mannschaften in höheren Ligen angesiedelt sind als wir, dann darf man unseren Triumph durchaus als eine Sensation bezeichnen.“

Der TuS Bövinghausen ist ein würdiger Stadtmeister mit ganz viel Qualität, davon konnten sich die 8500 Zuschauer an beiden Endrunden-Tagen an der Strobelallee überzeugen. „Der Teamgeist und das Engagement waren sicherlich der Schlüssel zum Erfolg“, meinte Sven Thormann, „wir haben uns in diesen zwei Tagen so in dieses Turnier hinein gesteigert, haben uns gegenseitig gepusht, jeder ist für den anderen gelaufen. So haben wir uns den Lohn und den Respekt hart erarbeitet – und wenn man dann auch noch von der Konkurrenz gelobt wird, ist das besonders schon und tut so richtig gut.“

Starkes Kollektiv und individuelle Klasse
Zum glänzend funktionierenden Kollektiv gesellt sich in dieser Mannschaft auch individuelle Klasse - und das auch ohne die im Heimaturlaub befindlichen Brasilianer Mateus Ajala Cardoniz und Jorge Jose Machado. Dafür stehen nicht nur Akteure wie Top-Torjäger Dennis Gazioch, Sascha-Marc Reinholz oder Winter-Neuzugang Florian Juka, der sich gleich auf Anhieb als enorme Verstärkung der Offensivabteilung präsentiert hat. Dazu erwies sich Sven Thormann selbst nicht nur als ruhender Pol in der Defensive, sondern setzte bisweilen auch im Spiel nach vorne Akzente – wie mit seinem Doppelpack im Viertelfinale gegen Viktoria Kirchderne.

Die Entscheidung: der entscheidende Elfmeter im Finale Bemerkenswert aber trotzdem vor allem, wie prima das Kollektiv funktionierte. Jeder hat sich dem großen Ganzen untergeordnet, auch die Stürmer haben überragend mit nach hinten gearbeitet. Kraft und Kondition, das war auch im Halbfinale gegen den VfL Kemminghausen und im Endspiel gegen den FC Brünninghausen zu sehen, als es jeweils in die Verlängerung ging, waren ebenfalls spitze.Und dann stand da noch ein Keeper zwischen den Pfosten, auf den sie sich verlassen konnten. „Patrick Kunz ist auf dem Platz unser Elfmeterkiller“, verriet der Spielertrainer, „er hat allein in dieser Saison wohl schon fünf gemeistert und ich wusste: wenn es im Finale zum Achtmeterschießen kommen sollte, würde er bestimmt zwei halten.“ Genauso ist es dann auch gekommen…

Der Titelgewinn in der Halle ist der erste große Triumph des TuS Bövinghausen in diesem Jahr. Im Frühjahr soll mit dem Aufstieg in die Landesliga der nächste folgen. „Das wäre natürlich phantastisch, und darauf arbeiten wir alle hin“, sagt Sven Thormann, „aber daran denken wir in diesem Moment nicht. Heute ist heute, und jetzt genießen wir erst einmal den Erfolg.“ Und so hatte er sich denn auch nach dem Finale auf eine Marathon-Meisterfeier eingestellt. „Ich denke“, meinte er schmunzelnd, „die Letzten werden erst am Montag nach Hause kommen…“

Symbol KameraEin überraschender, aber keinesfalls unverdienter Stadtmeister: der TuS Bövinghausen jubelt über den Titelgewinn (großes Foto). Die letzte Parade von Patrick Kunz (kleines Foto) brachte im Finale die Entscheidung.
(Fotos: Nils Foltynowicz, Ruhr Nachrichten)