Schiedsrichter

trauerkreuz1Liebe Schiedsrichterinnen,
liebe Schiedsrichter,

wir haben die traurige Pflicht, Euch über den Verlust unseres Verbandslehrwarts Karsten Jonsson (Kreis Unna-Hamm) zu informieren.  Am 22. September 2017 verstarb Karsten nach schwerer Krankheit im Alter von nur 50 Jahren.

Vielen von uns ist Karsten, als „Nachfolgegeneration“ in Reihen der Verbandslehrwarte, ein Begriff. Nicht nur als Lehrwart und als Beobachter, sondern auch als Kollege und Freund wird er vielen in Erinnerung bleiben.

Der Präsident unseres Verbandes, Gundolf Walaschewski, und der Vorsitzende des Verbands-Schiedsrichter-Ausschusses, Michael Liedtke, würdigen den Werdegang und die Verdienste von Karsten Jonsson im beigefügten Nachruf.

Auch die Schiedsrichter/Innen unseres Kreises, die sich an gemeinsame Erlebnisse mit ihm erinnern, werden Karsten in guter Erinnerung behalten und ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

Unser aller Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und der Familie.

 

Trauer um Karsten Jonsson

Zum dritten Mal in diesem Jahr trauert der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) um einen engagierten und allgemein geschätzten Schiedsrichter. Während man bei Hans Malka und Hans Voß annehmen darf, dass sie – wie es bei Hiob heißt – "alt und lebenssatt“ gestorben sind, haben wir jetzt mit Karsten Jonsson jemanden verloren, der in der Mitte seines Lebens stand und der sich noch aktiv um die Belange der Schiedsrichter im FLVW und im Westdeutschen Fußballverband (WDFV) gekümmert hat. 

Das macht den Verlust noch schmerzlicher. Aber es ist nicht nur die hohe fachliche Kompetenz, die wir vermissen werden, sondern auch und vor allem die offene, zugewandte und herzliche Art, mit der Karsten den Menschen begegnete, und der durch sein Wissen und seinen Umgang viele Schiedsrichter in unserem Landesverband geprägt hat. Selbst, als ihm wegen seiner schweren Erkrankung nicht mehr immer eine unmittelbare Präsenz bei den Lehrgängen und Tagungen des Verbandsschieds-Schiedsrichterausschusses möglich war, hat er dennoch regen Anteil an dessen Arbeit genommen, sie aktiv unterstützt und im Hintergrund weiterhin Unermessliches zur Aus- und Fortbildung „seiner“ Schiedsrichter beigetragen. Wir haben an seinem langen Leidensweg Anteil genommen, wir haben mit ihm und seiner Familie gehofft, dass er der Krankheit doch noch einmal würde entfliehen können. Er musste gehen, viel zu früh, wir bleiben zurück, betroffen und unsagbar traurig. „Erinnerung ist eine Form der Begegnung“, tröstet Khalil Gilbran. Und das ist – wenn die unmittelbare Betroffenheit abgeklungen sein wird – das, was ihn gegenwärtig bleiben lässt. 

Karsten Jonsson hat sich um den Fußballsport und insbesondere um das Schiedsrichterwesen im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen verdient gemacht, als aktiver Schiedsrichter und als hoch engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiter – der nicht immer nur positiv besetzte und verstandene Begriff „Funktionär“ traf für Karsten zu keiner Zeit zu – nach seiner aktiven Zeit als Schiedsrichter. Als 16-Jähriger machte Karsten Jonsson 1983 seine Schiedsrichterprüfung und begann eine Schiedsrichterkarriere, die ihn als Referee bis in die damals dritthöchste Spielklasse, die Regionalliga, führte und als Schiedsrichter-Assistent bis in die 2. Bundesliga. Noch nicht dreißigjährig übernahm er 1995 das Amt der Kreis-Schiedsrichterlehrwarts im FLVW-Kreis Hamm und blieb es bis zum Jahr 2001 – ab 1998 gehörte er darüber hinaus dem Lehrstab des Verbandes an –, als er zum Verbands-Schiedsrichter-Lehrwart gewählt wurde. Er war in dieser Zeit zudem als Schiedsrichter-Beobachter tätig und als stellvertretender Schiedsrichter-Obmann im FLVW zuletzt auch Mitglied im Schiedsrichterausschuss des Westdeutschen Fußball-Verbandes. Wir, die Unterzeichner, haben ihn vor allem in dieser Zeit kennen- und schätzen gelernt, auf der fachlichen wie auf der menschlichen Ebene. Es waren nicht zuletzt seine Gradlinigkeit und sein Gerechtigkeitssinn, seine Bodenständigkeit und seine Verlässlichkeit –  er blieb seinem Verein TuS Germania Lohauserholz-Daberg 27 Jahre treu –, die ihn zum Vorbild für viele haben werden lassen. Auf ihn traf in besonderem Maße zu, was Shakespeare so formuliert hat: „Dies über alles: Sei dir selber treu! Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage, du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.“ So werden wir ihn in dankbarer Erinnerung behalten. Uns wie vielen Schiedsrichtern war er mehr, als nur ein Sportkamerad, er war ein Freund. 

Unsere anteilnehmenden Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, bei seiner Frau vor allem und der gesamten Familie.

Gundolf Walaschewski                     Michael Liedtke


Präsident FLVW                                Vorsitzender des VSA