Leichtathletik

Rauschen Maiko Japan jiDie LGOlerin Maiko Rauschen befindet sich seit Herbst dieses Jahres zu einem Praktikum in Japan. 

Vor gut einem Jahr ist Maiko aus dem Stammvereinstraining von Westfalia Hombruch in die Trainingsgruppe von Pierre Ayadi gestoßen. Schnell machte sie große Fortschritte und Ihr größter Erfolg war ein vierter Platz bei den deutschen Meisterschaften über 10000m in der U23. In Japan ist Marathon absoluter Volkssport.Da Maiko weiter laufen wollte, landete sie während Ihres Praktikums schnell in einer der zahlreichen Marathongruppen. Am vergangenen Wochenende war es dann soweit. Bei ihrem Debüt über die klassische Diszanz erzielte sie ansprechende 3:16 Stunden und schob sich gleich auf zweiten Rang der Kreisbestenliste. 

Mein Marathondebüt

Sechs  Uhr morgens, ich taste nach meinem Wecker. Ich war nie eine Frühaufsteherin,aber aufgrund der Tatsache, dass es im Land der aufgehenden Sonne bereits gegen 17Uhr, sprich vor dem Ende meines Praktikums, das ich gerade in Yokohama mache, dunkel wird, fiel mir die Entscheidung nicht schwer, meine tägliche Laufeinheit auf den Morgen zu schieben.Was ich aus der Marathonvorbereitung gelernt habe? Morgenstund´ hatGold im Mund. Oder auf Japanisch: Frühes Aufstehen führt zum Goldertrag.
Der Marathon war bisher nur eine Traumvorstellung, die ich mir vielleichtmit Ende 20 erfüllen wollte. Es kam jedoch anders, denn nachdem ich mich nach den ersten neuen Laufgruppen umschaute,fand ich nichts ähnliches wie „Pierres Trainingsgruppe“. Stattdessen, eine Marathonlaufgruppe nach der anderen. Beim „Running Depot“ in Yokohama fühlte ich mich am wohlsten und an die längeren Trainingseinheiten konnte ich mich langsam gewöhnen. Außerdem gehörte ich bei den kurzen Tempoeinheiten ausnahmweise mal zu den Schnelleren, was eine erfreuliche Abwechslung war. Mein Trainer Kubo-san, der selber beachtliche Zeiten lief und immer noch engagiert dabei ist, half mir dabei das Training meinem Leistungsvermögen entsprechend anzupassen und pushte mich die letzten Kilometer jeder Einheit. Durch die Trainingsgruppe konnte ich nicht nur inperfekt gepacetem Tempo laufen, sondern auch wichtige Ratschläge zumMarathonlauf mitnehmen.


Nach kurzen und knackigen 8 Wochen gezielten Marathontrainings, war esschon so weit: meine Teilnahme beim populären Shonan Marathon (16 000Finisher) entlang des Pazifiks mit Blick auf den berühmten undheiligen Berg, Fujisan.Bei sonnigem Wetter und jubelndem Publikum, genoss ich die Stimmung und lief meine ersten Kilometer mit Vorsicht. Nach knapp der Hälfte der Strecke, als sich mein Lauftempo eingependelt hatte und ich entlang der Promenade lief, stieß ich auf das „Hotel Pierre“. Damit war auch mein Trainer aus Deutschland im Marathongeschehen involviert. Die Sonne und gute Stimmung verführten mich immer wieder dazu, mein Tempo zu erhöhen, aber ich behielt im Hinterkopf, dass die größte Herausforderung erst ab Kilometer 35 vor mir liegt, so ermahnte ich mich geduldig weiterzulaufen. So kam es, wie ich es erhofft hatte und das Ziel lag, nicht zuletzt wegen den ermutigenden Jubelrufen der Zuschauer, endlich vor mir. Geschafft!
Die Zeit? Ich konnte es kaum glauben, 3:16:52 h.
Das war sicherlich nicht mein letzter Marathonlauf.