Leichtathletik
Westfälische Hallenmeisterschaften 2017 60m Finale Maenner ji jiMit zwei Titeln und zwei persönlichen Bestzeiten war Maurice Huke  der herausragende Athlet bei den westfälischen Hallenmeisterschaften in Dortmund.

Der 23-jährige Sprinter des TV Wattenscheid  setzte sich sicher über 60m in 6,75 Sekunden vor Kai Sparenberg (Brillux Münster,bisher 6,82 Sek.) sowie beiden Teamkollegen Robin Erewa (6,78 Sek.) und Kevin Ugo (6,79 Sek.) durch. Über 200m dominierte Huke in 21,34 Sekunden vor  Kai Sparenberg ( 21,60 Sek.) und Carlo Weckelmann (TV Wattenscheid, 21,86 Sek.). „Mit diesen beiden Erfolgen habe ich selbst nicht gerechnet. Allerdings hat sich  meine gute Form schon im Training angedeutet“, erklärte Maurice Huke, der seit 2012 immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde. So laborierte er während seiner langen „Auszeit“ an einem Bänderriss, einer Schambeinentzündung und einem Leistenbruch.

Maurice Huke blickt nach seiner hartnäckigen Pechsträhne wieder optimistisch in die Zukunft: „In diesem Jahr möchte ich auf jeden Fall über 200m die 21- Sekunden-Marke knacken. Vielleicht gelingt mir das schon in der Halle. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig werde ich auf jeden Fall über diese Distanz starten, vielleicht auch über 60m. Diese Strecke werden ich aber nur zum Einrollen nutzen“, plant Huke. Der Sohn von Wattenscheids Manager Michael Huke arbeitet als Immobilienkaufmann. Er hat jedoch keine Vollzeitstelle, sodass er Beruf und Sport gut miteinander koordinieren kann.

Der 60m-Titel bei den Frauen ging an die Vorjahresjugendliche Chantal Butzek (LC Paderborn), die mit respektablen 7,40 Sekunden einen vielversprechenden Einstand in der Frauenklasse hatte. „Ich war heute ganz schön angespannt, weil die Konkurrenz recht stark war. Ich bin froh, dass alles so gut geklappt“, stellte die sechsfache deutsche Jugendmeisterin zufrieden fest. Ihre Teamkollegin Josefina Elsler, die über 60m in 7,49 Sekunden den zweiten Rang belegte, kam über 200m in 24,37 Sekunden noch zu Titelehren. „Wegen muskulärer Probleme habe ich lange Zeit kürzer treten müssen. Daher bin ich mit meinen Leistungen sehr zufrieden“, befand die Paderbornerin, die über 60m nicht allzu weit von ihrer persönlichen Bestzeit von 7,42 Sekunden (2014) entfernt blieb.

Menn weiß zu gefallen

In den technischen Wettbewerben gefiel vor allem Philipp Menn (LG Kindelsberg Kreuztal), der sich als Weitsprung-Sieger von 7,62m auf 7,71m verbesserte. Nach dem dritten Durchgang beendete der 21-jährige Siegerländer den Wettkampf. „Nach solch einem tollen Sprung war bei mir die Spannung raus. Da hatte es für mich keinen Sinn mehr, weiter zu springen,“ erläuterte der frühere deutsche Jugend-Mehrkampfmeister. Philipp Menn führt seine respektable Verbesserung darauf zurück, dass er momentan über eine hohe Anlaufgeschwindigkeit verfügt. Technisch gibt es bei ihm noch Verbesserungsmöglichkeiten. „Für den Sommer nehme ich mir die Weite von 7,80m und die Teilnahme an den U23-Europameisterschaften in Bydgozcz (Polen) vor“, erklärte der Siegerländer.

Im Stabhochsprung schwang sich Malte Mohr (TV Wattenscheid) im zweiten Versuch über 5,40m. Mehr war für den WM-Fünften von Deagu, der nach seiner „Auszeit“ wieder Anschluss an die DLV-Spitze möchte, nicht drin. „Wegen der Jugendspringer, die noch im Einsatz waren, wurde unser Wettbewerb zwei Stunden später ausgetragen. Da war ich schon unwahrscheinlich platt, weil ich mich ständig warm halten musste. Die heutigen Meisterschaften bilden für mich daher keinen Maßstab. Ich befinde mich aber auf einem guten Weg“, versicherte Malte Mohr, der in den nächsten Wochen in Cottbus, Leverkusen und München springen möchte.

Ritter mit neuer Bestweite

Im 1500m-Lauf beschränkte sich Marius Probst (TV Wattenscheid) auf einen Spurterfolg in 3:48,03 Minuten. Die noch zur Jugendklasse zählende Julia Ritter (TV Wattenscheid) gewann im Kugelstoßen mit der neuen persönlichen Bestweite von 15,55m den Damen-Wettbewerb vor  ihrer Teamkollegin Hanna Meinikmann, die mit 14,90m ebenfalls für sich einen neuen Hausrekord verbuchen konnte.

Im Rahmen der Meisterschaften trugen auch die Jungen und Mädchen der Klasse U 18 ihre Titelkämpfe aus. Der deutsche U18-Meister über 100m, Joshua Michalik (LG Warstein-Rüthen), gefiel mit seinem Doppelerfolg über 60m (7,04 Sek.) und 200m (23,30 Sek.). Bei der weiblichen Jugend U18 debütierte die deutsche U16-Meisterin über 800m, Lea Kruse, im Trikot des FC Schalke 04. Die Athletin, die von Ex-Langstreckler André Pollmächer, betreut wird, dominierte über 800m in 2:19,02 Minuten. 

Foto: Michael Huke (Zweiter von links) gewinnt das 60m-Finale (Foto: Peter Middel)